
Ein neuer 3D-Drucker, ein bewährter Schrank. Vor dem Kauf des Anycubic Kobra X habe ich die Gerätemaße genau mit meinem 3D-Drucker-Schrank aus einem alten Küchenschrank verglichen. Passt. Dachte ich. Beim ersten Druck fuhr das Druckbett so weit nach vorn, dass die Schranktür nicht mehr zuging. Wie ich das Problem ohne neuen Schrank gelöst habe, zeige ich dir in diesem Beitrag und im Video.
Der Neue zieht ein: Anycubic Kobra X statt i3 Mega
Seit Oktober 2018 lief mein Anycubic i3 Mega zuverlässig in einem umgebauten Kühlkombinations-Küchenschrank. Die Einhausung hält Zugluft und Staub fern, dämpft die Geräusche und sorgt für eine gleichmäßige Temperatur im Bauraum. Wie ich den Schrank damals umgebaut habe, liest du im Beitrag 3D-Drucker Gehäuse aus Küchenschrank bauen.
Jetzt übernimmt der Anycubic Kobra X. Schnell zusammengebaut, kurzer Testdruck, läuft. Blieb nur die eigentliche Frage: Passt der Neue wie ausgemessen in den Schrank?

Das Problem: Das Druckbett ragt über das Gehäuse hinaus
Nebeneinander sieht man es sofort: Das Gehäuse des Kobra X ist etwas größer als das des i3 Mega. Das allein wäre kein Problem gewesen, in den Schrank passt er gut. Entscheidend ist etwas anderes: Das Druckbett fährt beim Drucken deutlich weiter über die Gerätekante hinaus als beim alten Modell.
Also der Test im Schrank: Druckbett ganz nach vorn, Tür zu. Tür nicht zu! Die Tür stößt gegen das Druckbett. Jede Kante vermessen und genau diese Kleinigkeit übersehen.
Tipp vor dem Druckerkauf: Bei FDM-Druckern mit bewegtem Druckbett auf der Y-Achse reichen die Gehäusemaße aus dem Datenblatt nicht. Prüfe auch den Verfahrweg des Druckbetts nach vorn und hinten. Der tatsächlich benötigte Platz ist oft deutlich größer als der Drucker selbst.
Drucken bei offener Tür funktioniert natürlich. Dauerhaft verfehlt das aber den Sinn eines Druckerschranks. Und ein anderer Schrank kam für mich nicht in Frage.
Die Lösung: ein Erker für die Schranktür
Wenn der Drucker nicht kleiner wird, muss der Schrank größer werden. Meine obere Schranktür hatte bereits ein Sichtfenster aus Acrylglas. Statt dieser flachen Scheibe sitzt dort jetzt ein 3D-gedruckter Erker, der nach außen vorsteht und dem Druckbett ca. 10 cm zusätzliche Tiefe gibt. Das Sichtfenster bleibt erhalten.
Konstruiert habe ich den Erker in Fusion 360. Weil er als Ganzes nicht auf das Druckbett passt, besteht er aus mehreren Teilen:
- Oberteil aus zwei Hälften
- Unterteil aus zwei Hälften
- Seitenteile, verbunden über passgenaue H-Profile
- Aussparung für eine Acrylglasscheibe in der Mitte

Drucken, kleben, montieren
Alle Teile sind aus PLA gedruckt. Verklebt habe ich sie mit UHU Bastelkleber, der funktioniert mit PLA erstaunlich gut.
- Ober- und Unterteil: Die jeweils zwei Hälften werden mit kleinen Filament-Abschnitten und Kleber verbunden, ähnlich wie beim Möbelbau.
- Seitenteile: Die selbst konstruierten H-Profile sorgen zusammen mit Kleber für eine bündige Verbindung.
- Rahmen fertig: Übrig bleibt die Aussparung in der Mitte für die Acrylglasscheibe.
Acrylglas zuschneiden: ritzen statt sägen
Die Acrylglasplatte habe ich nicht gesägt, sondern angeritzt und gebrochen. Das geht schnell, ohne Staub und ohne ausgefranste Kanten. Funktioniert zuverlässig. Meistens 😉.
Umbau der Schranktür
- Schranktür aushängen.
- Neue, größere Aussparung anzeichnen.
- Mit der Stichsäge aussägen. Ganz sauber wird der Schnitt damit nicht, das ist hier aber egal: Außen schließt das Profil des Erkers bündig ab, die Schnittkante sieht man nur von innen.
- Erker mit Silikon in die Tür einkleben.
- Tür wieder einhängen und die Schutzfolie von der Acrylglasscheibe abziehen.

Das Ergebnis: Tür zu, Drucker läuft
Der große Moment: Beim Testdruck fährt das Druckbett sauber in die neue Vertiefung. Die Tür bleibt geschlossen, und durch die Scheibe lässt sich der Druck weiterhin beobachten. Der Kobra X verrichtet seinen Dienst jetzt dort, wo vorher der i3 Mega stand. Dank Erker.
- Zusätzliche Tiefe: ca. 10 cm
- Konstruktion: Fusion 360
- Material: PLA, Acrylglasplatte, UHU Bastelkleber, Silikon
- Werkzeug: Stichsäge
Alle Teile für den Erker: Ober- und Unterteil (je zwei Hälften), Seitenteile mit H-Profil. Konstruiert für meinen Schrank, passe die Maße bei Bedarf an deine Tür an.
Nur für den privaten Gebrauch. Kein Weiterverkauf gestattet.
Welchen 3D-Drucker soll ich kaufen?
In der Welt der 3D-Drucktechnologie werden Autonivellierungsfunktionen zunehmend zur Norm, selbst bei kostengünstigen Einstiegsmodellen. Es ist selten, dass Anbieter noch Modelle ohne dieses Merkmal auf den Markt bringen. Darüber hinaus gewinnt die magnetische Federstahlplatte, auf der der 3D-Druck haften muss, immer mehr an Beliebtheit. Der Direkt-Extruder hat sich ebenfalls als Standard etabliert. Die Hauptunterschiede zwischen den Modellen liegen nun hauptsächlich in der Größe des Bauraums, Druckgeschwindigkeit und anderer Komfortfeatures.
Hier die Übersicht über einige Bestseller auf dem Markt:










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